
Ein Großteil der Menschen wird heute deutlich älter als je zuvor. In Thüringen leben derzeit ca. 385.000 Rentnerinnen und Rentner, das sind etwa 15,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bis zum Jahr 2040 werden es rund 25 Prozent sein. Die derzeitige durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei den Frauen bei 81 Jahren und bei den Männern bei 77 Jahren.
Die steigende Lebenserwartung und die gleichzeitig niedrige Geburtenhäufigkeit führen zu strukturellen Veränderungen im Altersaufbau. Diese Entwicklung wird das Alltagsleben in Thüringen gravierend verändern. Betroffen davon sind nahezu alle Lebensbereiche wie Bildung, Wirtschaft, Regional- und Kommunalentwicklung und Gesundheit. Der Umgang mit diesen Veränderungen und die Gestaltung des demographischen Wandels sind zentrale Herausforderungen für Gesellschaft und Politik in Thüringen. Konkrete Probleme und Herausforderungen einer einhergehend alternden Bevölkerung sind ein erhöhtes Behinderungs- und Armutsrisiko der Älteren, nicht ausreichende Pflegemöglichkeiten, soziale Vereinsamung und eine Kostenexplosion in der Gesundheitsversorgung.
(Quellen: Demographiebericht Thüringen, 2006)
Ein Arbeitsschwerpunkt des Thüringer Gesundheitszieleprozesses ist es, diesen Herausforderungen mit dem Konzept des „gesunden und aktiven Alterns“ entgegen zu treten.
„Unter aktiv Altern versteht man den Prozess der Optimierung der Möglichkeiten von Menschen, im zunehmenden Alter ihre Gesundheit zu wahren, am sozialen Leben ihrer sozialen Umgebung teilzunehmen und ihre persönliche Sicherheit zu gewährleisten, und derart ihre Lebensqualität zu verbessern.“ (Quellen: WHO, Aktives Altern)
Es geht darum, möglichst vielen älteren Menschen zu ermöglichen, bei möglichst hoher Lebensqualität lange selbständig zu bleiben. Die Förderung der Eigeninitiative und Teilhabe älterer Menschen an der Gestaltung ihrer Lebenswelt sowie Mitverantwortlichkeit für ihre Gesundheit steht dabei im Mittelpunkt.
Gesundes und aktives Altern gelingt bei ausreichender Mobilität, physischer, kognitiver und psychischer Leistungsfähigkeit, alltagspraktischer Kompetenz, sozialer und materieller Absicherung, sozialer Integration und Partizipation.
Erhaltung der Lebensqualität durch die Förderung von Autonomie und Unabhängigkeit im Verlauf des Alterns unter besonderer Berücksichtigung gesundheitlicher Chancengleichheit