
Der Umgang mit Alkohol und Tabak, der nicht bestimmungsgemäße Gebrauch von Medikamenten, sowie der Konsum illegaler Drogen sind auf Grund der oft gravierenden Folgen für die Gesundheit des Einzelnen und der immensen Kosten für die Gesellschaft nach wie vor eine große Herausforderung für die Gesundheits- und Sozialpolitik. Man kann davon ausgehen, dass in Deutschland 9,5 Millionen Menschen in gesundheitlich riskanter Weise Alkohol trinken, davon sind 1,3 Millionen vom Alkohol abhängig. Etwa ein Drittel der männlichen und ein Viertel der weiblichen Bevölkerung in Deutschland raucht. Trotz des leicht abnehmenden Trends beim Alkohol und Tabakrauchen ist der Konsum noch immer Besorgnis erregend hoch.
Nach 1990 kam insbesondere der Konsum sog. illegaler Drogen wie Cannabis, Ecstasy, Heroin und Kokain ins öffentliche Interesse und wurde zum Thema suchtpräventiver Aktionen. Als besonders problematisch erwiesen sich dabei die unter Jugendlichen kursierenden Annahmen, der Gebrauch von Cannabis sei harmlos und Vorbeugung daher – zumindest im Vergleich zum Alkohol – eine völlig überflüssige Bevormundung junger Menschen. Neuere Forschungen haben gezeigt, dass diese Verharmlosung nicht unkritisch hingenommen werden darf und zielgruppengenaue Präventionsmaßnahmen in die Lebenswelten junger Menschen hineingetragen werden müssen.
In den letzten Jahren hat ein weiteres Problemfeld im Suchtbereich zu Recht eine wachsende Öffentlichkeit erfahren – die Lebenssituation, das Leid und die bedrohten Lebenschancen von Kindern suchtkranker Eltern. Es ist davon auszugehen, dass bundesweit 2,5 Millionen Kinder in Familien mit einem oder zwei suchtkranken Eltern leben.
Aus dem weit gefächerten Handlungsbedarf, der aus dem Konsum psychoaktiver Substanzen erwächst – deren Art und Zahl sich hier noch deutlich erweitern ließe – ergibt sich für den Thüringer Gesundheitszieleprozess das allgemeine, unspezifizierte Ziel „Suchtmittelmissbrauch reduzieren“.
Die Konkretisierung dieses Zieles erfolgt in der Arbeit der AG 4 in 5 Teilzielbereichen:
Gegenwärtig liegen die Schwerpunkte der Arbeit in den Bereichen `Alkohol´ und `Kinder aus suchtbelasteten Familien´.
Standards und Selbstverständnis der AG- Arbeit:
Arbeitsweise der AG:
Orientierung am aktuellen Public Health-Forschungsstand